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11.12.2001: Neues Stahlverbundsystem mindert Umweltrisiko |

Die Stahlhäute der immer größer werdenden Öltanker sind gewöhnlich starken mechanischen Belastungen ausgesetzt. Verheerend sind oft die Folgen bei Zusammenstößen. Wie die Außenhaut dieser Schiffe verstärkt werden kann, damit beschäftigten sich die BASF-Tochtergesellschaft Elastogran in Lemförde und die Erfinderfirma Intelligent Engineering, London. Bewertet hat die BASF das neue Stahlverbundsystem gegenüber der reinen Stahlkonstruktion in einer Ökoeffizenz-Analyse. Das Ergebnis: Das neue Sandwich Plate System (SPS) verringert das Umweltrisiko von Ölemissionen im Meer, es ist langlebiger und führt zu geringeren Gesamtkosten.
Früher bauten die Werften Öltanker mit einer einwandigen Stahlhaut. Heute verbergen die Supertanker unter ihrer Außenhaut noch eine zusätzliche Innenhaut. Angeschweißte Abstandhalter verbinden die beiden Stahlhäute. Kollidieren zwei Tanker, wird oft nur die Außenhaut beschädigt. Die Innenhaut bleibt unversehrt und das Öl an Bord. Das Leckagerisiko ist damit reduziert.
Zukünftig soll die neue SPS-Technologie die Stabilität der riesigen Stahlrümpfe erhöhen. Aufwändige Stahlrippen versteifen normalerweise die Stahlhäute der Supertanker. Die Schweißnähte an den Versteifungsrippen sind jedoch die Schwachstellen, denn sie rosten häufig und ermüden. Abhilfe schafft hier die neue SPS-Technologie, die große Schiffsrümpfe auch ohne aufwändige Rippentechnik versteift: Der Zwischenraum zwischen zwei Stahlplatten wird mit Polyurethan ausgegossen. Das Ergebnis ist ein Sandwich aus Stahl mit kompaktem Polyurethan-Kern.
Der ökonomische Vergleich der beiden Konstruktionen ergab Folgendes: Schon beim Bau der Sandwich-Variante können durch geringeren Arbeitsaufwand Kosten einspart werden. Ist das Schiff im Einsatz, sind die Wartungskosten geringer, da die SPS-Variante weniger korrosions- und ermüdungsanfällige Stellen bietet. Dadurch ist die Konstruktion langlebiger.

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Geringes Umweltrisiko dank SPS
 Das Umweltrisiko ist beträchtlich, wenn ein Supertanker strandet und ein sich ausbreitender Ölteppich die Vogel- und Fischwelt bedroht. SPS macht die Öltanker hinsichtlich Zusammenstößen sicherer und verringert das Umweltrisiko gegenüber der reinen Stahlkonstruktion. Die Bauteile sind durch SPS robuster gegen mechanische Belastungen. Die Polyurethan-Schicht leitet Kräfte besser ab und verteilt sie gleichmäßiger auf die Stahlfläche als die punktuell aufgeschweißten Versteifungsrippen. Wo die üblich versteiften Stahlplatten leck schlagen, zeigen die mit Polyurethan verstärkten Wände nur geringe Schäden und Verformungen. Ein weiterer Vorteil von SPS: Es dämmt gut gegen Hitze und macht sich beim Brandschutz bezahlt. Außerdem dient die Polymerschicht gleichzeitig als Vibrations- und Schallschutz. Ein geringeres Gesundheitsrisiko für die Mitarbeiter zeigt SPS bei der Herstellung und Wartung, da weniger geschweißt, grundiert und gestrichen werden muss.
Verwerten lässt sich SPS in einfacher Weise: Ist das große Schiff erst zerschnitten, können die Stahlbleche geschreddert und die zerkleinerten Polyurethan-Teile ganz einfach vom Stahl getrennt werden. Der Stahl wandert zur Wiederverwendung in den Hochofen und das Polyurethan kann wie Kohle zur Erzeugung von Dampf und elektrischer Energie genutzt werden. Aus Polyurethan lässt sich aber auch Synthesegas gewinnen, das zur Herstellung von Methanol und der Ausgangstoffe von Polyurethan dient.

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