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19.06.2001: Blaue Pigmente trotz Kupfer ökoeffizient |

von Susanne Ackermann
Das Blau in den Überschriften der BASF Information und vieler anderer Druckerzeugnisse ist mit kupferhaltigen Pigmenten hergestellt. Die BASF vermarktet diese so genannten Kupferphthalocyanine schon seit den 30er Jahren. Schwermetalle wie Kupfer haben allerdings im Hinblick auf ihre Umweltbelastung in der breiten Öffentlichkeit einen schlechten Ruf. Deshalb bevorzugen einige Druckereien Blaupigmente ohne Kupfer, metallfreie Phthalocyanine, die die BASF ebenfalls anbietet. Doch Kupferpigmente, von denen weltweit jährlich 60 000 Tonnen produziert werden, weisen sogar eine etwas bessere Umweltbilanz auf, als die kupferfreien. Und sie sind wesentlich kostengünstiger herzustellen.
Das schlägt sich in den Herstellkosten der mit diesen Pigmenten gefertigten Druckfarben nieder: Ein Kilo blaue Druckfarbe mit Kupfer-Pigmenten kostet nur die Hälfte des gleichen Produkts mit metallfreien Pigmenten. Das ergab eine Ökoeffizienz-Analyse, bei der die BASF den gesamten Lebensweg beider Pigmente verglichen hat, von den Rohstoffen bis zur Entsorgung des bedruckten Altpapiers in der Altpapiersammlung oder über den Biokompost. Dr. Rolf Wittlinger (DUP/CE): "Die Kupferpigmente für blaue Farben haben zu Recht einen Marktanteil von mehr als 95 Prozent." Es gibt zwei Gründe für die bessere Ökoeffizienz der kupferhaltigen Pigmente: Ihre einfachere, kostengünstige Herstellung und die moderne Entsorgungstechnik.
Pluspunkt bei der Produktion von Kupferpigmenten sind die preiswerten Einsatzstoffe. Bei den Pigmenten ohne Kupfer wirken sich die aufwändige Herstellung, hoher Energieaufwand und teure Einsatzstoffe negativ auf die Ökoeffizienz aus. Kupferpigmente haben aber auch Minuspunkte: Bei der Herstellung fällt Abwasser an, das mit Ammonium belastet ist und in die Kläranlage geleitet wird.

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Auf dem weiteren Lebensweg können geringe Mengen Kupferpigmente in die Umwelt gelangen. Moderne Technik reduziert diesen Nachteil auf ein Minimum. Wenn Druckereien ihre Maschinen mit Wasser reinigen, bereiten sie es anschließend wieder auf und verwenden es mehrfach, so dass kaum Kupfer ins Abwasser gelangt. Von der Druckerei kommt die Zeitung dann zu Leser. Dieser wirft das Blatt nach der Lektüre meistens zur Altpapiersammlung oder gibt sie in die Bioabfalltonne. Einiges Altpapiergelangt auch in den Restmüll.
Alle diese Wege hat die BASF untersucht. Ergebnis: Bei der Verwertung des Altpapiers gelangen nur minimale Mengen von Kupfer ins Abwasser. Damit aus alten Zeitungen wieder brauchbares Papier entstehen kann, wird die Druckfarbe in einem so genannten Deinking-Verfahren vom Papier getrennt. Dabei bleibt ein Schlamm übrig, der das Kupfer und andere giftige Substanzen enthält. Dieser Schlamm wird verbrannt und das Kupfer mit der Asche deponiert.
Nach der Kompostierung des Bioabfalls kann Kupfer auf landwirtschaftlich genutzte Böden gelangen. Es trägt aber nur sehr wenig zur gesamten Kupfermenge im Biokompost bei, ergab die Berechnung der BASF. Die höchste gesetzlich zulässige Kupfermenge im Biokompost würde selbst dann nicht erreicht werden, wenn jeder Haushalt bei jeder Leerung eine 20seitige und vollständig blau bedruckte Zeitung in die Bio-Tonne geben würde.
Optimal für die Ökoeffizienz der Kupferpigmente ist es, wenn das bedruckte Papier ausschließlich über die Altpapiersammlung entsorgt wird. Andere Entsorgungswege, wie der Hausmüll, sind dagegen ausgesprochen teuer und ökologisch unsinnig, und zwar unabhängig davon, welche Druckpigmente verwendet wurden. Wittlinger fasst zusammen: "Das Kupferpigment belastet die Umwelt nicht mehr als die Alternativen und ist preiswerter. Voraussetzung dafür sind vor allem der Einsatz moderner Abwasserrückführung beim Drucken und die Beseitigung der anfallenden Deinkingschlämme durch Verbrennung in geeigenten Anlagen bei der Altpapieraufbereitung."

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