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30.10.2000: Styrol wird jetzt mit der Bahn transportiert


Wagen zum Transport von Flüssigkeiten
Was ist ökonomisch und ökologisch der beste Weg, um rund 25 000 Tonnen Styrol etwa 100 Kilometer von Moerdijk nach Arnheim (Niederlande) zu transportieren? Diese Frage verfolgte die BASF Aktiengesellschaft und erstellte dazu eine Ökoeffizienz-Analyse. Das Ergebnis: Zwar sind die Kosten beim Transport mit der Bahn etwas höher, die Umweltbelastung aber deutlich geringer. Seit diesem Jahr nun wird Styrol auf dieser Strecke auf der Schiene transportiert. Diese Betrachtung war zugleich die 100. Ökoeffizienz-Analyse, die die BASF durchgeführt hat.

Um systematisch zu überprüfen, welche Produkte und Prozesse ökonomisch und ökologisch sinnvoll sind, setzt BASF seit 1999 die Ökoeffizienz-Analyse ein. Diese Methode liefert einen Baustein für die strategischen Entscheidungen der BASF, in welche Produkte und Verfahren sie in Zukunft investieren wird. Bis heute wurden insgesamt 100 Produkte und Herstellungsverfahren nach dieser neuen Methode analysiert - darunter zum Beispiel PKW-Saugrohre aus Polyamid, Möbelklarlacke, Wärmeverbundsysteme und Wasserlackvernetzer. Dabei wird der Lebensweg eines Produktes - dazu zählen zum Beispiel Herstellung, Transportwege und Entsorgung - von der Wiege bis zur Bahre ermittelt. Parallel hierzu werden die ökonomischen und ökologischen Daten zusammengetragen. Alle Kosten, die bei der Produktherstellung oder -verwendung auftreten, gehen in die Rechnung ein. Diese ökonomische Analyse bildet dann zusammen mit der gesamten Umweltbelastung die Datenbasis für die Ökoeffizienz-Analyse. "Mit der Ökoeffizienz-Analyse wollen wir unsere Produkte mit wenig Rohstoffen und Energie produzieren und dabei Emissionen so weit als möglich vermeiden", sagt Dr. Walter Seufert, Leiter des Bereichs Umwelt, Arbeitssicherheit und Energie der BASF Aktiengesellschaft. "Gleichzeitig sollen unsere Produkte unseren Kunden helfen, bei der Verwendung ebenfalls Ressourcen zu sparen."


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Jetzt, bei der 100. Ökoeffizienz-Analyse, wurde geprüft, welcher Transportweg für die Belieferung des BASF-Werks Arnheim mit Styrol von BASELL in Moerdijk die ökoeffizienteste ist. Basis der Analyse: Beim Transport auf der Schiene müssen auf der Strecke von 115 Kilometern Kesselwagen mit einer Ladekapazität von 60 Tonnen eingesetzt werden. Demgegenüber steht die Straßenroute mit 114 Kilometer. Hier können pro Transport mit dem Straßentankzug 33 Tonnen geladen werden. In den Niederlanden sind heute bei Lastkraftwagen bis zu 50 Tonnen Gesamtgewicht zulässig. Die ökonomische Analyse ergab Folgendes: Die reinen Frachtraten der Bahn sind zwar günstiger als beim LKW. Zusätzliche bahnspezifische Kosten wie Rangierkosten oder Kesselwagenmiete und Handling haben aber einen leichten Kostennachteil der Bahn gegenüber dem LKW ergeben. Die Umweltbelastung jedoch - bedingt durch weniger Energieverbrauch, weniger Emissionen und weniger Gesundheitsrisiken für die Mitarbeiter - ist deutlich geringer. So bräuchte zum Beispiel der LKW auf dieser Strecke etwa 50 000 Liter Diesel im Jahr. Da die Bahn mit elektrischer Traktion fährt, verbraucht sie demgegenüber insgesamt 20 Prozent weniger Primärenergie. Zur Elektrizitätserzeugung werden im Wesentlichen die Energieträger Kohle und Erdgas eingesetzt.

Um die Emissionen, die bei beiden Transportarten entstehen, zu analysieren, wurden unter anderem das Treibhauspotenzial, das Versauerungspotenzial und der Beitrag zum Sommersmog unter die Lupe genommen. Ergebnis: In allen drei Punkten schnitt die Bahn besser ab. Auch bei Gesundheitsbelastung der Mitarbeiter bei den Transportvorgängen hatte die Bahn "die Nase vorn": Bedingt durch weniger Abfüllvorgänge sind die Mitarbeiter hier weniger stark den Dieselmotoremissionen ausgesetzt. "Auf Grund der insgesamt deutlich geringeren Umweltbelastung haben wir uns bei dieser Strecke für den Transport auf der Schiene entschieden", sagt Werner Hansen, bei der BASF für den Einkauf von Verkehrsleistungen verantwortlich.


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