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15.08.2000: Synthetische Schlichten umweltfreundlicher als Alternativen


Von Michael Heidelbach

Preiswerte Schlichten aus Naturstoffen sind nicht nur gut zum Geldbeutel, sondern auch zur Natur. So sollte man jedenfalls meinen. Doch eine jetzt durchgeführte Ökoeffizienzstudie entlarvt diese Annahme als Vorurteil. "Im Rahmen der Studie haben wir Stärkeschlichten mit Polyacrylatschlichten und einer Mischung aus beidem miteinander verglichen. Und siehe da: Die synthetischen Schlichten erwiesen sich als insgesamt kostengünstiger und umweltfreundlicher, also ökoeffizienter als alle Alternativ-Verfahren", erläutert Dr. Ingrid Steenken-Richter von der Produktsicherheit und Umweltschutz Textilchemikalien (EFF/PH) das für sie keineswegs überraschende Ergebnis.

Naturstoffe sind zwar umweltfreundlicher, wenn man nur den Vorgang des Schlichtens betrachtet. Doch am Ende einer Produktion - vor dem Färben beispielsweise - müssen die Fäden auch wieder entschlichtet werden. Und auf diesen kompletten Produktionszyklus gesehen, erweisen sich die synthetischen Materialien als überlegen. Denn sie können mit weit geringerem Aufwand an Waschzusätzen wieder herausgewaschen werden. Und sind dann sogar noch recycelfähig. Das Vorurteil: "Naturstoffe - umweltschonend, Kunststoffe - umweltbelastend" ist damit als solches entlarvt.

Einen Haken hat die Sache allerdings. Heutzutage sind Produktionsstätten in aller Welt verteilt. So findet beispielsweise ein Arbeitsgang in einem Betrieb in Korea, ein anderer in einer thailändischen Fabrik statt. Das heißt, die wiedergewonnene Schlichte wird oft ganz woanders gebraucht. Transporte über weite Strecken aber machen den Ökovorteil zunichte. Steenken-Richter meint denn auch: "Das Recycling von Schlichten ist nur in sogenannten Vertikalbetrieben, in denen alle Arbeitsgänge unter einem Dach stattfinden, sinnvoll und durchführbar."


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