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25.04.2000: Wasserlackvernetzer ermöglichen Wiederverwertung von Lacken |

Von Michael Heidelbach
"Die vorliegende Ökoeffizienz-Analyse ergibt bei gegebenem Bewertungsschema die höchste Ökoeffizienz für Luwipal 8955 und Luwipal 8984." So positiv fiel das Gesamtergebnis einer Studie aus, mit der die Abteilung Produktsicherheit (DUP) die Ökoeffizienz von Wasserlackvernetzern bewertet hatte.
Der Auftraggeber der Analyse, Dr. Hans Schupp vom Marketing Autolacke/Industrielacke (EDD/AR), ist mit dem Ergebnis hoch zufrieden. "Nun haben wir schwarz auf weiß, dass die neuen Vernetzer nicht nur umweltschonender sind als die Konkurrenzprodukte, sondern auch kostengünstiger, wenn man den gesamten Lackierungsprozess betrachtet." Der Blick auf den Kundennutzen, das ist das Wesen der Ökoeffizienzanalysen. Sie untersuchen nicht ein einzelnes Produkt, sondern das, was der Kunde damit anstellt.

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Im Falle der Lackvernetzer war das Musterbeispiel die Lackierung von 1000 Kästen mit je 0,82 Quadratmetern Fläche. Dabei wird von der Bereitstellung der Energie zur Produktion bis zum Diesel für den Transportlaster so ziemlich alles berechnet, was für die Lackierung von Belang ist. Dieser enorme Datenwust wird dann mit Hilfe zuvor festgelegter Kriterien bewertet und gewichtet. Am Ende ist klar ersichtlich, welche Stärken und Schwächen ein Produkt, eine Produktanwendung oder eine Dienstleistung auszeichnen. Dr. Peter Saling (DUP/CE) hat die Studie erstellt. Neben mehreren BASF-Bereichen arbeiteten auch zwei externe Firmen mit: die Firma Feidal als Lackproduzent und die Firma Schäfer, ein Metall verarbeitender Betrieb, als Anwender.
Mit der verstärkten Nutzung moderner Lacksysteme, wie beispielsweise Wasserlacken, ist die Lackierindustrie eine Umweltsorge los: die Lösemittelemissionen. Dabei wurde allerdings ein Teil des Problems verschoben. Je nach Form des Werkstücks fliegen 30 bis 80 Prozent des Lacks als so genannter Overspray ungenutzt am Objekt vorbei. Bei den häufig verwendeten Einbrennlacken mit Aminoharzen als Vernetzer musste der Overspray bisher meist als teurer Sondermüll entsorgt werden. Grund: Der Vernetzer konnte als einziger Lackbestandteil nicht zurückgewonnen werden. Er ist nötig, um beispielsweise Autolacke widerstandsfähig gegen Benzin zu machen.

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Mit den neu entwickelten Luwipal-Vernetzern, die seit etwa zwei Jahren auf dem Markt sind, können diese Lacke durch Ultrafiltration aufgefangen und wieder verwendet werden. Das ist gut für die Umwelt. Dass der damit verbundene Aufwand auch ökonomisch gerechtfertigt und das Lack-Recycling somit sinnvoll ist, zeigt die Ökoeffizienz-Analyse. Sie ermittelt neben dem ökologischen auch den wirtschaftliche Nutzen der jeweiligen Alternative.
Das Ergebnis: Obwohl der Lackbetrieb zunächst einmal Geld in die Wiedergewinnungsanlage stecken muss, spart er am Ende erheblich durch den geringeren Stoffverbrauch. Zum anderen brauchen die neuen Lacke weniger Energie zum Einbrennen. Auch das schont Umwelt und Betriebskasse gleichermaßen. Schupp ist denn auch froh, mit der Studie ein paar handfeste Verkaufsargumente mehr zu haben. "Und außerdem", sagt er "beruhigen solche Ergebnisse das Gewissen und zeigen, dass wir das Richtige tun".

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