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18.04.2000: Mit Ansaugrohren aus Polyamid fahren Autos umweltfreundlicher |

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"Sauberes Teil" unter der Motorhaube: Ansaugrohre |
Von Michael Heidelbach
Dr. Gerhard Ramlow (KTU/A) ist begeistert. "Endlich haben wir eine einfache Darstellung dieser komplizierten Zusammenhänge." Vor ihm liegt das Ergebnis einer Ökoeffizienzstudie über Ansaugrohre für Automobile. Eine schlichte Grafik, allerdings mit einer gewissen Brisanz. Sie zeigt, um wie viel umweltfreundlicher Autos fahren, wenn sie mit Ansaugrohren aus Polyamid ausgerüstet sind. Diese Teile versorgen das Kraftstoffgemisch moderner Einspritzmotoren mit der nötigen Luft. Seit etwa zehn Jahren werden sie aus Polyamid gefertigt. Inzwischen liegt ihr Anteil in Deutschland bei etwa 70 Prozent. In letzter Zeit sind den Automobilherstellern jedoch Zweifel am Kunststoff gekommen, weil dessen Recycling nicht zufrieden stellend gelöst war, die geltende Altautoverordnung ihnen dies jedoch vorschreibt. Die BASF hat inzwischen gezeigt, dass das Polyamid-Recycling sehr gut funktioniert.
Aber auch wenn man - wie in der Ökoeffizienzstudie - von einer Deponierung der Kunststoff-Saugrohre ausgeht, sie bleiben die umweltfreundliche Alternative zu Aluminium. Das liegt am geringeren Benzinverbrauch durch ihr niedriges Gewicht. Das Ergebnis der Studie: Im Laufe eines Autolebens spart der Kunststoffkrümmer circa neun Liter Benzin. Das entspricht mehr als doppelt so viel Energie, wie Produktion und Entsorgung zusammen benötigen. Neun Liter, das klingt nach nicht besonders viel. Hochgerechnet auf die 44 Millionen Fahrzeuge in Deutschland beträgt die Ersparnis allein durch den Kunststoffkrümmer schon 40 Millionen Liter pro Jahr.
Mit den anderen Umwelteinflüssen, wie Luftemissionen oder Ökotoxizität, verhält es sich ähnlich. Fast immer sind die Kunststoffrohre halb so belastend. "Diese Ergebnisse überzeugen die Automobilhersteller", sagt Ramlow. "Unsere Studie kommt gut bei ihnen an."
Derzeit werden die Saugrohre nach zwei unterschiedlichen Verfahren hergestellt: der Kernschmelztechnik, bei der das Saugrohr um einen Zinn-Wismut-Kern gegossen wird, der später aus dem Teil herausgeschmolzen wird und der Zweischalentechnik, bei der zwei gegossene Halbschalen durch Vibration miteinander verschweißt werden. Die letztere Variante ist zudem ökologisch wie ökonomisch günstiger.
Wie der für die Studie Verantwortliche, Dr. Andreas Kicherer (DUP/CE), betont, liegt ein großer Vorteil des Analyseverfahrens im Durchspielen von Was-wäre-wenn-Szenarien. Dabei habe sich gezeigt, dass für die Ökoeffizienz der Ansaugrohre allein die Kraftstoffersparnis während des Autofahrens entscheidend ist. Dahinter treten alle andere Faktoren wie Herstellung, Recycling oder Entsorgung zurück. Selbst bei einem beispielsweise angenommen 100-prozentigen Recycling des Aluminiums hat Polyamid ökologisch die Nase vorn. Allein für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Autos gleich nach ihrer Produktion in einer Garage eingemottet werden, schmilzt der Ökovorteil dahin.

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